Dr. Heraeus-Gedächtnis-Prüfung in Aidhausen am 8. November 2025
Am Samstag, den 8. November, stand für Kurt und mich wieder ein ganz besonderer Tag bevor: die Heraeus-Gedächtnis-Prüfung in Aidhausen, eine Prüfung, die uns schon vor zwei Jahren unvergessliche Momente beschert hat. Damals gewann Kurt mit dem Gesamtprädikat hervorragend und dem CACT – ein Erlebnis, das ich so schnell nicht mehr vergesse.
Dass wir so etwas noch einmal schaffen könnten, unter einem neuen Richterteam, mit komplett neuen Aufgaben in ähnlichem Gelände, erschien mir fast unrealistisch. Aber der Wunsch nach dem zweiten CACT war groß. Nachdem es bei der RGP im Vorjahr und der PnS in diesem Jahr nicht gereicht hatte, meldete ich uns zur Heraeus an – mit einem kleinen, aber hartnäckigen Funken Hoffnung. Als dann auch noch das Losglück auf unserer Seite war, war klar: Wir müssen es einfach versuchen.
Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Aidhausen. Im Revier von Manni Frank angekommen, gaben wir unsere Unterlagen ab und wurden direkt von vielen vertrauten Gesichtern begrüßt. Das Richterteam – Sigrid Semmler (Prüfungsleitung), Harald Jurkovic und Eberhardt Simon-Mathes – empfing uns gut gelaunt. Nach einer kurzen Ansprache von Miriam und Sigi ging es ohne Umschweife los mit den Schleppen.
Wir hatten Startnummer 1 gezogen, und obwohl ich inzwischen wirklich zu den „alten Hasen“ gehören müsste, war die Aufregung sofort wieder da. Alle Gespanne meisterten die erste Aufgabe mit dem Prädikat hervorragend.
Es ging weiter mit dem Fach „Marking auf dem Lande“. Die erste Markierung flog über einen Hügel hinweg ins Altgras, dahinter der dunkle Wald – die Werfer kaum zu sehen. Die zweite Markierung hingegen kam von einem gut sichtbaren Weg rechts neben dem Startpunkt, hier waren die Werfer sehr gut zu sehen und darin bestand die Schwierigkeit. Es war eine Aufgabe, die präzises Ausrichten und Aufmerksamkeit erforderte.
Sigi erklärte allem voran ruhig, fair und verständlich, was wann passieren würde und man hatte alle Zeit der Welt sich auszurichten und auf die Aufgabe einzustellen. Dennoch verloren wir bei diesem Fach zwei Teams. Das war unglaublich schade, aber so ist das leider auch bei Prüfungen, manchmal sind es die Millisekunden Unachtsamkeit oder einfach Pech und man ist raus.
Aber wie sagt man so schön? Nur wer startet, kann auch durchfallen.
Bei einer Heraeus durchzufallen, ist keine Schande…
Weiter ging es mit dem Fach Einweisen.
Eine Altgrasfläche mit Brombeeren durchziehen und Reisighaufen – ein Gelände, das gerades Lining erforderte, denn die Hunde konnte schnell außer Sicht geraten.
Bei dieser Aufgabe wurden zum ersten Mal die Unterschiede zwischen den Teams deutlicher, die Richter bewerteten streng, aber absolut fair.
Jeder erhielt im Anschluss ein ausführliches Feedback.
Nach einer kurzen Mittagspause – mit wunderbarer Verpflegung von Miriam und Christian – starteten nur noch die Teams, die sich bis dahin behauptet hatten. Die PO sieht beim Fach Standtreiben und Verlorensuche vor, dass nur noch die Gespanne bei diesem Fach antreten, die noch im Rennen sind.
Drei Teams gingen an den Start und alle drei konnten dieses Fach mit hervorragend bestehen. Es war wirklich schön, die konzentrierte und gleichzeitig freudige Arbeit der Hunde zu beobachten.
Dann kam der Moment, vor dem meine Nervosität wieder auflebte: das Wasser. „Nur noch Wasser“ dachte ich mir.
Bis hierhin lief alles hervorragend für uns – und genau das ließ meinen Puls hochschnellen.
Doch Kurt zeigte erneut, dass Wasser sein Element ist. Beim Einweisen auf die Schleppe, bei der Verlorensuche und bei der Verleitmarkierung arbeitete er mit der gleichen Ruhe, Souveränität und Leidenschaft, die ich an ihm so liebe. Ich konnte meine Anspannung kaum verbergen, und als klar war, dass wir auch diese letzte Aufgabe geschafft hatten, fiel mir ein Riesenstein vom Herzen.
Leider verloren wir am Wasser noch ein weiteres Team, sodass nur zwei Teams die Heraeus erfolgreich abschließen konnten.
Diese Prüfung zählt nicht ohne Grund zu den Eliteprüfungen des DRC – hier werden die besten Hunde herausgestellt, und die Durchfallquoten sind hoch.
Kurt gewinnt – wie vor zwei Jahren – die HP/R mit dem Gesamtprädikat hervorragend in jedem einzelnen Fach und erhält erneut das CACT.
Als die Richter das Ergebnis verkündeten, musste ich ein paar Tränen vergießen. Natürlich bin ich mit diesem Ziel angetreten – ein bisschen verrückt darf man ja sein. Aber dass es tatsächlich genauso kommt, dass mein Hund zwei Jahre später so unaufgeregt, zuverlässig und mit dieser unglaublichen Präsenz seine Leistung wiederholt, hat mich einfach überwältigt.
Das CACT war das Sahnehäubchen auf einem ohnehin perfekten Tag.
Mein großer Dank gilt dem humorvollen, immer gut gelaunten und absolut fairen Richterteam sowie Miriam und Christian für die großartige Organisation und die liebevolle Verpflegung. Bei euch fühlt man sich wirklich ein bisschen wie „zu Hause“.
Danke auch an Manni Frank für das wunderbare Revier – es ist alles andere als selbstverständlich, sein Revier für eine solche Prüfung zur Verfügung zu stellen.
Liebes Unterfranken: Wir kommen wieder. Vielleicht nicht mehr unbedingt mit Kurt, aber ich komme auf jeden Fall wieder.
Daniela Peter mit Young Spirit Keen Curtiz – „Kurti“ 🙂
Fotograf aller Bilder: Miriam Steinmetz






