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AlleWest

Wenn man mit nichts rechnet und so viel bekommt…

By 8. Januar 2026No Comments

Samstags in Herrgottsfrühe: der Wecker klingelt. Der Wecker klingelt? Samstags? Ach ja, Frauchen hat Hund zur Dummy A gemeldet! Dann das erste Tief des Tages, stockdunkel draußen, Minustemperaturen und laut Wetterbericht wird’s nicht besser. Das zweite Tief, Hund hat schon eine Dummy A vergeigt, weil er diese blöde Zwangsstörung nicht richtig ablegen kann und manchmal einfach durchknallt. Nicht böse, aber es reicht für mindestens eine oder zwei Nullen. Das erste Tief legte sich im Laufe des Tages, es wurde hell und sogar sonnig und die Temperatur stieg auf plus 2 Grad an. Das zweite Tief jedoch war von Dauer und hielt vom Weckerklingeln bis zum „Herzlichen Glückwunsch“ des Richters: meine Nervosität.

Dabei wurden wir Teilnehmer so nett begrüßt. Freundliche Worte der Sonderleitung Nicole Lübbering und wirklich aufmunternde Worte vom Richter Ralf Ohletz der ganz genau erklärte, worauf es heute ankommt. Also Sack und Pack auf die Schultern, den Hund an die Leine und abrücken ins Revier. Wärmer wurde es einem dabei, die Nervosität nahm es mir nicht.

In der Wartezone suchte sich jeder sein Plätzchen. Ich reihte mich einfach irgendwo ein, ich kannte ja als Neuling im Dummysport niemanden. Aber das schien überhaupt keine Rolle zu spielen. Alle waren sehr nett, man sprach sich gegenseitig Mut zu, beruhigte gegebenenfalls, munterte auf wenn nötig. Also auf zum Suchengebiet. Kann sich Nervosität steigern? Definitiv ja! Aber auch hier wieder freundliche Worte und spürbare Ruhe. Also bücken zum Ableinen, dabei die Parole murmeln: ‚Wir schaffen das.‘, und schicken.

Auf dem Weg zur nächsten Aufgabe blieben die Gedanken irgendwie im Suchengebiet hängen und was alles hätte schief gehen können (ja, ein Konjunktiv, ist ja nicht schief gegangen). Außerdem krallte sich diese blöde Nervosität fest. Obwohl mittlerweile bei allen die Stimmung lockerer wurde fingen wir an, mehr zu frieren. Der Wind frischte auf und die Gedanken daran, was bei der Einzelmarkierung schief gehen kann tat ihr Übriges. Und wie das im Leben so ist, je mehr Prüfungsfächer abgearbeitet sind, desto mehr Wenn und Aber und Enttäuschungen gibt es bei den Startern. Ein paar Federn haben wir bei dieser Aufgabe gelassen, aber wir schaffen das.

Für den Appell noch einmal die Wartezone wechseln, hinter Gebüsch und Sträucher und hohe Gräser, damit die Hunde nicht zugucken. Vorteil: windgeschützt und die Sonne begrüßte uns noch einmal richtig nett. Und irgendwie war auch die allgemeine Stimmung wieder heller. Da wo es schief gelaufen war, hatte man seinen Frieden gemacht, da wo es noch Hoffnung gab, kehrte Ruhe ein. Nur bei mir nicht, Mist. Die Devise „vertraue deinem Hund“ schwirrte mir zwar durch den Kopf, wollte sich aber partout nicht fixieren lassen. Nützt nichts, Parole murmeln und ab in die Aufgabe. Natürlich kann mein Hund das besser, vor allem, wenn Frauchen ruhiger ist. Aber wir schaffen das.

Mittlerweile waren alle durchgefroren und ein bisschen müde. Gut, dass wir mit Sack und Pack zum Wasser noch einmal ein wenig laufen mussten. Das sorgte für eine gute Durchblutung, jedoch nicht zum Abbau von Nervosität bei mir. Beim letzten Fach noch durchfallen, welch grausige Vorstellung, nicht dienlich um das Nervenflattern in den Griff zu bekommen. Wir rückten alle näher zusammen, genossen die letzten Sonnenstrahlen, waren sogar in der Lage, lockeren Smalltalk zu betreiben und uns ein wenig auf die Schippe zu nehmen.

„Herzlichen Glückwunsch“ hörte ich, als mein Hund aus dem kalten Wasser kam und das Dummy brav in die Hand gab.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für das faire Richten Ralf, die gelungene Organisation Nicole, dem Schützen und Werfer und natürlich den Reviergebern für diese tolle Möglichkeit, unsere Hunde zu arbeiten. Herzlichen Glückwunsch den Platzierten und allen viel Glück bei all euren Plänen für das nächste Jahr. Ohne euch alle hätte es diesen wundervollen Tag nicht gegeben.

Pia mit Erdnukkel’s Jackpot Penny – Wir haben es geschafft.