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Alle Rassen

Selektion auf Ichthyose, sinnvoll oder populationsgenetisch problematisch?

By Alle, Alle Rassen, Golden Retriever

Die Ichthyose ist eine Erkrankung, die bei vielen Tierarten und auch dem Menschen auftritt. Sie beinhaltet eine Störung der Keratinisierung und Verhornung der Haut, der ständige Prozess der Hauterneuerung ist gestört und die obersten Hautschichten verdicken sich. Es bilden sich große, chitinige Hautschuppen, die sich wie ein Panzer auf die Haut legen können. In der Regel sind sie hart und dunkelbraun/schwarz. Der Name Ichthyosis ist abgleitet vom griechischen Ichthis (Fisch) = Fischschuppenkrankheit.

Im Gegensatz zur klassisch beschriebenen Ichthyose tritt beim Golden Retriever lediglich eine milde Form der Ichthyose in Form von hellen, manchmal dunkleren, und i.d.R. kleinen Hautschuppen auf, chitinige Schuppen sind beim Golden Retriever unbekannt. Welpen können Milchschorf aufweisen, der aber meistens im ersten Lebensjahr verschwindet. Adulte Tiere sind meist symptomlos, sicherlich gibt es vereinzelte Fälle mit stärkerer Schuppenbildung.

Kleine helle Hautschuppen sind bei den Golden Retrievern seit Jahrzehnten bekannt und stellten bis zum Erscheinen des Gentests von Antagene Ende 2010 kein Problem in der Rasse dar.

Der Ichthyose liegt ein autosomal rezessiver Erbgang des PNPLAP1 Gens zugrunde. Erste Ergebnisse des Gentests auf Ichthyose (ICT A) in den Jahren 2012/2013 ergab für Golden Retriever in der Schweiz und in Frankreich eine Verteilung von 30% reinerbig betroffenen Tieren bezüglich ICT A, ca. 50% Träger und lediglich 20% reinerbig freie Tiere. Dieses würde bedeuten, dass jeder dritte Golden Retriever eine phänotypische Ausprägung bezüglich Ichthyose hätte. Dieses ist aber nicht der Fall.

Um Daten darüber zu erhalten, wie die Ausprägung des Genotyps im Vergleich zum Phänotyp ist, wurde von der Zuchtkommission Golden im Jahr 2013 eine Studie an der Uni Gießen in Zusammenarbeit mit der GKF angeregt. Diese Studie wurde bereits ausführlich in der CZ veröffentlicht, daher hier nur eine kurze Zusammenfassung.

Es sollte untersucht werden, ob der häufiger anzutreffende Milchschorf bei Welpen in einem Zusammenhang zur Ichthyose steht. Hierfür wurden 18 Muttertiere mit 145 dazugehörigen Welpen über einen Zeitraum von einem Jahr bezüglich des Phänotyps und des Genotyps untersucht. Von den 18 Hündinnen waren 6 (30%) reinerbig bzgl ICT A ohne phänotypische Merkmale der Ichthyose. Von den 145 Welpen zeigten 36 Tiere Milchschorf,  die alle reinerbig bzgl. ICT A sind, 4 weitere reinerbige Welpen hatten keinen Milchschorf.

Nur fünf der Welpen die Schuppen hatten, wiesen diese auch in einem Alter von einem Jahr auf. Keines der Tiere zeigte Symptome einer Hautentzündung wie beispielsweise Rötungen, Juckreiz, Haarausfall, kahle Stellen oder fettiges Fell.

Fazit der Studie: der sogenannte Milchschorf als milde Form der Ichthyose ausgewachsener Golden Retriever ist eine gutartige Erkrankung, die die Lebensqualität der Tiere i.d.R nicht beeinträchtigt. Daher ist ein züchterisches Eingreifen nicht notwendig. Ein Zuchtausschluß betroffener Tiere ist nicht sinnvoll, da wegen der weiten Verbreitung dieser Genveränderung eine Verkleinerung der genetischen Vielfalt und des genetischen Pools der Rasse zu erwarten ist.

Eine weitere Erhebung zur Ichthyose wurde von Laboklin durchgeführt. Bis 2018 lagen 4000 Untersuchungsergebnisse bezüglich ICT A vor mit dem Ergebnis 22% reinerbig betroffene Tiere, 47% Träger und 31% freie Tiere. Die Ergebnisse zeigen eindeutig eine Verschiebung der Ergebnisse um ca. 10% von reinerbig betroffenen zu reinerbig freien Tieren, der Anteil der Träger bleibt konstant. Dieses sind eindeutig Zeichen für eine bereits vorhandene Selektion bezüglich ICT A.

Wegen der geringen Anzahl an Hunden mit Schuppenbildung wurde von Laboklin eine Befragung von 1000 Besitzern untersuchter Hunde durchgeführt. Das Ergebnis ist bei Laboklin nachzulesen, hier nur eine kurze Zusammenfassung: Von den betroffenen Tieren zeigen 50% keine Symptome, 21% nur im Welpenalter und 29% im adulten Stadium. Die Frage an die Besitzer, ob sie der Meinung sind, dass die Hunde im Alltag beeinträchtigt sind, ergab lediglich einen Wert von 2%. Zumeist wird es als kosmetisches Problem angesehen. Aber eine genetisch bedingte Erkrankung wird von den Besitzern häufig von vornherein auch ohne nennenswerte klinische Symptome als gravierendes Problem wahrgenommen.

Genetik – Selektion

Durch die Selektion auf ein Merkmal (Erkrankung) soll die Anzahl der betroffenen Tiere verringert werden. Das bedeutet eine Entnahme von einer bestimmten Anzahl an Tieren aus der Zucht, um die Häufigkeit des betroffenen Gens zurückzudrängen. Natürlich steht damit auch das ganze genetische Inventar dieser Individuen nicht mehr der Zucht zur Verfügung. Der Begriff des genetischen Flaschenhalses ist den Züchtern sicherlich bekannt, er bezeichnet die genetische Verarmung einer Population. Aus einer Ausgangspopulation mit genetischer Vielfalt resultiert eine Folgepopulation mit geringerer genetischer Vielfalt. Folge hiervon kann Inzuchtdepression mit Vitalitäts- und Fitnessverlust sein.

Sinnvoll ist eine Selektion bezüglich eines Merkmals, wenn eine Leidensrelevanz betroffener Tiere vorhanden ist und eine züchterisch vertretbare Menge an Hunden der Zucht entnommen wird. Dieses ist eindeutig bei z.B. GRPRA1 und GRPRA2 sowie prcd PRA der Fall.

Wie sieht es nun mit der Selektion bezüglich ICT A aus?

In der Zucht wird die Selektion über die Hündinnenbesitzer gesteuert, da die Wahl der Zuchtpartner in erster Linie vom Züchter ausgeht. Bei Fragen an die Zuchtkommission bezüglich Zuchtberatung wird häufig als erstes nach dem Ichthyosestatus einer geplanten Verpaarung gefragt, dieses scheint ein wichtiger Fokus zu sein, sicherlich auch gefördert durch die Prävalenz in den sozialen Medien. Freie Rüden sind gefragt, oft auch für frei getestete Hündinnen, Träger sind in seltenen Fällen noch akzeptabel.

Ca. 70% der Golden Retriever sind ICT A reinerbig betroffen oder Träger. Schließt man die betroffenen Hunde von der Zucht aus gehen ca. 22% der Vatertiere der Zucht verloren, bei Hinzunahme der Trägertiere nahezu 70%. Das bedeutet, dass 70% des genetischen Inventars der Vatertiere der Zucht unwiderruflich verloren gehen – und das für ein Merkmal mit geringer klinischer Relevanz

2019 waren 94 Rüden im Zuchteinsatz, davon 39 ICT A frei (ca. 40%), 12 Träger (ca. 11%), 43 nicht untersucht (meist ältere Rüden). Insgesamt sind 177 Würfe gefallen, dabei entfallen auf frei getestete Rüden 89 Würfe (ca. 50% der Nachkommen), auf Träger Rüden 18 Würfe (ca. 10% der Nachkommen) und auf nicht untersuchte Rüden: 70 Würfe (ca. 40% der Nachkommen)

Aus den obigen Zahlen lässt sich bereits eine starke Selektion bezüglich des Merkmals ICT A erkennen. Einzelne ICT A frei getestete Rüden fallen durch eine überdurchschnittliche Anzahl an Nachkommen auf. Weiterhin ist sowohl im In- als auch im Ausland eine Selektion bei Importrüden bezüglich ICT A festzustellen, es werden fast ausschließlich ICTA freie Rüden importiert.

Für die Gesamtpopulation der Golden Retriever entwickelt sich bereits ein genetischer Flaschenhals, Genmaterial geht unwiederbringlich verloren.

Sollte die Selektion beim Golden Retriever, natürlich unter der Berücksichtigung leidensrelevanter Gesundheitsaspekte und der Einhaltung des Rassestandards, nicht in erster Linie auf ein für diese Rasse typisches Wesen verbunden mit den Attributen Nervenstärke, Menschenbezogenheit, will to please und Arbeitsfreude ausgerichtet sein?

Für die Zuchtkommission

Birgit Rabe

Foto: Jennifer Kamp

Ein Beitrag von Birgit Rabe für die Zuchtkommission der Golden Retriever zum Thema Selektion auf Ichthyose
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Nach dem Spessart Cup 2020 oder warum andere Toller das auch können

By Alle, Alle Rassen, Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever

Mabelle und Rhydian beim Spessart Cup

Früh am Samstag haben sich Steffi mit ihrem Rhydian und ich mich mit Mabelle auf dem Weg zum Spessart Cup gemacht. Da wir beide in der Fortgeschrittenen Klasse gemeldet hatten, freuten wir uns auf einen netten gemeinsamen Tag mit unseren Tollern.

Beide haben die anspruchsvollen Aufgaben in schwierigem Gelände schön gearbeitet, am Ende waren alle Dummy´s drin und wir sehr zufrieden.

Dann kam die Siegerehrung und ich war fassungslos, meine Tollerine hat vorzüglich gewonnen. Ich bin immer noch unglaublich stolz!

Überraschend jedoch war für mich, die Überraschung der Anderen, DAS ein Toller gewonnen hat.

Unsere Toller arbeiten anders, aber nicht schlechter als die anderen Retrieverrassen. Wir müssen die Stärken unsere Hunde fördern und an den Schwächen arbeiten, wie alle anderen Hundeführer auch. Es heißt oft : „oh je ein Toller, die sind laut“. Andere Rassen haben durchaus auch Startlautprobleme und da ist es nichts besonderes. Ich denke, wenn man die Menge der startenden Toller in Beziehung setzt zu den startenden anderen Rassen hat keine mehr oder weniger Probleme. Ein Startlaut, oder ein Laut während der Arbeit des Hundes ist kein Grund aufzugeben. Allerdings glauben es  viele Tollerbesitzer,  wenn sie Hilfe suchen und dann  den Satz hören „ ach ja, das ist halt ein Toller“ und halten das Lautgeben für unabwendbar.

Mabelle hatte mit ca. 1 ½ Jahren einen ordentlichen Startlaut, sie ist laut schreiend los und das über 10m. Ich habe einen Fehler im Aufbau gemacht! Nach einigen Überlegungen und sehr guten Tipps von einem nicht unbekannten Trainer in Ungarn, habe ich das Training umgestellt und nach ca. 6 Monaten war die Tollerine still, entspannt und freudig bei der Arbeit. Jetzt mögen einige sagen, ja Mabelle ist auch eine außergewöhnliche Hünden (stimmt natürlich 😉 ), da ist es nicht schwer. Aber ich habe ja auch noch meine jüngere Hündin Palina, die vom Charakter ganz anders ist. Und auch sie arbeitet still, schnell und freudig. Sie hat letztes Jahr Gründeln im Forst, einen Wasserworkingstest, gewonnen, bei dem ihre erste Aufgabe eine Doppelaufgabe am Wasser war.

Dies schreibe ich nicht um mit meinem Erfolg anzugeben , sondern um allen Tollerbesitzern Mut zu machen sich nicht von den Vorurteilen entmutigen zulassen! Das Wichtigste ist ein ordentlicher, langsamer und konsequenter Aufbau des Hundes, ohne Härte und mit viel Geduld!

Ich liebe diese Rasse!

Gabi Sieth mit Hunter´s Moonlight Magic Moments Mabelle und  Hunter´s Moonlight Pancake Palina to Sunshine Tollers

Erste Tollingprüfung Silber im DRC

By Alle, Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever

Die erste Fortgeschrittene Tollingprüfung und gleichzeitig ein Novum im Prüfungsablauf in Deutschland

Die erste Tollingprüfung Silber in Deutschland ist gleichzeitig auch ein Novum in der Jagdprüfungskultur. Bei dieser Prüfung wird das Gespann bei allen Aufgaben ohne Pause – sozusagen „am Stück“ – durchgeprüft. Eine anspruchsvolle Prüfung, die die gängigen Aufgaben nach einer Tolling-Jagd abfragt – jagdnahes anpirschen – ausdauerndes Tolling – Markierung und Einweisen am Wasser und Land – Verlorensuche auf Feder- und Haarwild.

Bei Erarbeitung der Prüfungsordnung war unser Anspruch, eine Prüfung für fortgeschrittene Tollergespanne zu kreieren, die vor allem am Wasser auch selektive Elemente enthalten darf. Unsere Wasserspezialisten sollen eine Gelegenheit erhalten, ihre Passion und Fähigkeiten vorzustellen. Die Ausdauer sollte mit einer durchgehenden Arbeit von gut einer halben Stunde und einer langen Tollingsequenz unter Beweis gestellt werden. Beim Aufstellen der Aufgaben sind wir bewusst von den skandinavischen „Standards“ abgewichen, lieber eine anspruchsvolle Markierung, statt zwei Enten auf der offenen Wasserfläche. Wie im Jagdbetrieb fallen nicht nur Enten, sondern auch mal Haarwild als „Beifang“. Im Großen und Ganzen haben wir jedoch die langjährigen Erfahrungen aus unseren Prüfungsteilnahmen in Skandinavien genutzt um auch die gegenseitige Anerkennung zu ermöglichen.

Die erste TP/Toller Silber hatten wir im Norden geplant, leider „trauten“ sich hier noch keine Gespanne zu starten, im Süden dann war sie jedoch gleich zu Beginn der Meldefrist ausgebucht. Die antretenden Gespanne waren sehr neugierig – „Schwedenstarter“ waren vor allem gespannt auf die Unterschiede zu den ihnen bereits bekannten Prüfungsabläufen. Schon im Vorfeld hörten wir ein „puh – 45 Tollings ist eine ganze Menge“ – diese Bedenken hatten aber nur die Führer, die Hunde haben dies mit Begeisterung absolviert. Die Steadyness war für keinen der Starter ein Problem. Die Einzelmarkierung am Wasser hat dann doch den Einen oder Anderen ins „Schwitzen“ gebracht. Die Ente fiel an einem Gegenhang im 45 Grad Winkel zur Blende in gut 60 Meter ins Gras. Die Barriere war für die Hunde in diesem Fall die für Kiesabbaugebiete typische Wasserkante – einige Hunde wollten nicht glauben, dass hinter den Steinen am Ufer noch Suchengelände kommt und versuchten auf der Wasseroberfläche das Wild zu finden. Dennoch gab es Hunde, die sich genau gemerkt hatten, wo die Ente liegen müsste. Das Blind über Wasser fand an einem Nachbargewässer statt. Die Fußarbeit zwischen den Aufgaben hat die Konzentrationsfähigkeit für die nachstehende Einweisearbeit gefördert und fast alle Gespanne, die bis zu dieser Aufgaben in der Prüfung waren kamen auch zum Erfolg. Die anschließende Einweisearbeit an Land mit der kurzen Distanz von gut 30 Meter konnte man schnell unterschätzen, jedoch verschwanden die Hunde blitzschnell in den Weidenbüschen entlang der Strecke – trotzdem kam jeder zum Erfolg. Die Suche hatten wir so aufgebaut, dass möglichst viel Selbständigkeit und Findewillen abgefragt wird. Die Hunde „verschwanden“ nach knapp 15 Meter im dichten hohen Gras mit schnellwachsendem dichten Baumbestand. Am hinteren Ende des Geländes mussten die Hunde erst einen Flachwasserbereich annehmen, um die darin im Schilf und im Wasserpflanzenbewuchs ausgelegte Ente zu finden. Diese Aufgabe erledigten die Hunde mit ausgesprochen hohem Engagement.

Als Fazit nehmen wir aus dieser ersten Prüfung mit, dass wir die gesetzten Ansprüche auch tatsächlich umsetzen konnten. Die Prüfung war machbar, aber kein Zuckerschlecken. Wer sie bestanden hat darf stolz sein. Eine Bestehensquote von 60% ist für dieses Niveau fast schon eine Punktlandung. Und die künftigen Änderungen an der PO beschränken sich auf „Feinschliff“. Das Feedback der beiden nicht Toller führenden Richter Dr. Ursula Friedrich und Dr. Adi Schwab war durchweg – ja – das ist doch eine ganz schöne Anforderung an die Gespanne.

Für uns Richter und Organisatoren war es eine Freude, die Gespanne auf diesem Niveau so engagiert und findewillig arbeiten zu sehen, damit sehen wir neugierig und vor allem zuversichtlich in die Zukunft unserer Rasse.

Zu allen angetretenen Gespannen: Gut gemacht – Ihr habt Tollergeschichte geschrieben!

Eure Rassezuchtwarting – Doris Hoffmann

P.S. Vielen Dank an Ute Nagl für das Fotomaterial! Allgemeine Eindrücke an diesem Tag veröffentlichen wir hier gerne – einfach per Mail an RZWToller@drc.de

Die ersten Erfahrungen mit unserer neuen Prüfung für fortgeschrittene Toller. Read More

Diskutiert mit im Mitglieder-Forum auf der DRC Homepage:

By Alle Rassen, Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever

Bio-Sensor-Program / Super Dog Progam oder ENS = Early Neurological Stimulation = frühe neurologische Simulation

Hundewelpen durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen. Das ist jedem bekannt und schon immer gibt es unterschiedliche Meinungen zu dem Thema welche Verhaltenskomponenten angeboren sind und welche erworben (= erlernt) wurden.

 

Die Welpen werden blind und taub geboren und verbringen ihre ersten Wochen hauptsächlich mit Saugen und Schlafen. Man könnte vermuten diese neonatale Phase sei ein rein vegetatives Stadium. Aber ist es das?

Von Geburt an können sie warm und kalt unterscheiden, reagieren auf Schmerz und auch wenn sie nichts hören, reagieren sie auf manche Geräusche. Viele Züchter sind sehr fürsorglich und legen die Welpen jedes Mal an die Zitzen und sorgen damit dafür, dass die Welpen wenig Stress ausgesetzt sind. Milder Stress in diesen ersten Tagen/Wochen ist allerdings notwendig, damit sich der Organismus korrekt entwickeln kann. Er fördert die Entwicklung des Immunsystems und legt den Grundstein im späteren Leben mit Stress und Belastungen umzugehen. Auch sollte keine gleichbleibende Temperatur herrschen. Auf Rotlichtlampen sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.

Man versucht meist die Mutterhündin und die Welpen in den ersten 3 Wochen wenig Hektik und Stress auszusetzen.

Aber hier kommt jetzt das vom Militär in USA entwickelte Bio Sensor Program ins Spiel, das von Dr. Carmen L. Battaglia publiziert wurde. Es beinhaltet 5 Übungen, die man täglich vom 3. bis zum 16. Lebenstag mit jedem Welpen durchführen soll. Jede Übung dauert nur 3-5 Sekunden und darf nicht überschritten werden:

  • Taktile Stimulation
  • Kopf aufrecht halten
  • Kopf nach unten halten
  • Rückenlage
  • Thermalstimulation

Die Vorteile, die man festgestellt hat:

  • verbessertes Herzfrequenzverhalten
  • stärkere Herzschläge
  • stärkere Nebennieren
  • fördert ein ausgeglichenes und weniger erregbares Wesen
  • erhöhte Widerstandskraft gegen gewisse Krankheiten

Wir möchten dieses Thema und Eure Meinung dazu gerne mit Euch im DRC Mitglieder-Forum diskutieren:

  • Wer hat dieses Bio Sensor Programm bei seinen Welpen schon mal angewendet?
  • Wie sind Eure Erfahrungen?
  • Ist es was, was Ihr auf jeden Fall Neuzüchtern empfehlen würdet?
  • Konntet Ihr Unterschiede im Verhalten und Entwicklung zu anderen Würfen feststellen?

Sandra Fock im Namen der ZK

Zahnstatus

Auswertung zum Zahnstatus beim Flat Coated Retriever

By Alle, Flat-Coated Retriever

Von 2005 bis 2017 wurde mit dem Versand der Ahnentafel ein Zahnstatusformular über die Geschäftsstelle des Deutschen Retriever Clubs (DRC) versendet. Bei Bedarf kann das Formular von der DRC-Homepage heruntergeladen werden. Die Aufnahme des Zahnstatus sowie die Rücksendung des Formulars ist freiwillig. Das Ergebnis ist nicht bindend, allerdings wird es in die DRC-Datenbank eingetragen.

Am 4. Mai 2016 lagen für den FCR ingesamt 2434 Rückmeldungen vor. Davon 2372 Hunde aus dem Zuchtbuch des DRC und 62 Hunde mit ausländischer Zuchtbuchnummer. Die Rücksendungsquote in Bezug zu den auf HD untersuchten Hunden der Jahrgänge 2005 bis 2014 lag bei 79,4%

Die Rückmeldungen ergeben sich aus folgenden Geburtsjahren:

2000 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Σ
Rück-sendungen 1 1 32 109 172 210 190 252 231 245 194 248 248 235 60 2434

Kieferschluss (Okklusion)

Bei der Auswertung der Daten wurde die Angabe „oB“ oder keine Angabe als „Scherengebiss“ gewertet.

Geburtsjahr Scherengebiss Rückbiss Vorbiss Zange* Kreuzbiss
2000 1
2002 1
2003 28 4
2004 107 1 1
2005 168 4
2006 204 1 3 2
2007 175 3 3 5 4
2008 243 2 2 3 2
2009 218 4 1 7 1
2010 234 1 2 5 3
2011 187 1 1 4 1
2012 237 4 2 3 2
2013 240 4 2 2
2014 230 3 2
2015 66
Summe 2339 22 15 43 15
%Gesamt 96,10% 0,90% 0,62% 1,77% 0,62%

* komplett oder nur partiell

Doppelte Zähne (Polyodontie)

Jeder Hund mit doppelten Zähnen ist auch bei mehrfach gleichen doppelten Zähnen (oben/unten/recht/links) nur einfach in die Auswertung gegangen.

Geburtsjahr I* I1 I2 I3 P1 P2 P3
2003 3
2004 1 1 2 9
2005 2 2 1 16
2006 2 4 31 1
2007 3 4 1 15 1
2008 9 6 2 21
2009 2 1 3 22
2010 6 5 3 30
2011 7 2 21
2012 4 3 2 22 1
2013 4 2 1 30
2014 4 3 30
2015 10
Summe 1 44 32 15 260 1 2
%Gesamt 0,04% 1,89% 1,31% 0,62% 10,68% 0,04% 0,08%

* nur Incivi angegeben

Fehlende Zähne (Hypodontie)

Jeder Hund mit fehlenden Zähnen ist auch bei mehrfach gleichen fehlenden Zähnen (oben/unten/recht/links) nur einfach in die Auswertung gegangen.

Geburtsjahr I1 I2 I3 P1 P2 P3 P4 M1 M2 M3
2003
2004 1
2005 1 1
2006 1 3 1 1 1 1
2007 1 2 1 1
2008 2
2009 1 1 1
2010 1 1 1 2 1 1
2011 1 1 4
2012 1 1 1 1
2013 5 1 1 4
2014 1 1 1 2 2
2015 1
Summe 1 3 1 18 7 6 3 3 2 13
%Gesamt 0,4% 0,12% 0,4% 0,74% 0,29% 0,25% 0,12% 0,12% 0,08% 0,58%

Zahnschluss und doppelte Zähne

  Schere Vorbiss Rückbiss Kreuzbiss Zangengebiss
I 1
I1 34 1 2 1
I1+P1 5 1
I2 30
I2+P1 1 1
I3 13
I3+P1 1
I3+P3 1
P1 240 2 2 6
P1+P2 1
P2 1
P3 2

Zahnschluss und fehlende Zähne

  Schere Vorbiss Rückbiss Kreuzbiss Zangengebiss
I1 1
I2 3
I3 1
M1 2
M1+M2 1
M2 1
M3 13
P1 17 1
P2 6 1
P3 5
P3+P4 1
P4 1 1

Eric Fehrs,  Zuchtkommission Flat Coated Retriever

Onlineformular Sterberegister

Sterberegister

By Flat-Coated Retriever

Das Führen eines Sterberegisters wurde auf der FCR-Züchterversammlung 2015 von den Züchtern beschlossen. Mit Stand Februar 2019 gibt es 267 Eintragungen. Im Laufe des Jahres 2018 sind 66 Eintragungen erfolgt.

Je mehr Eintragungen gemacht werden, desto aussagefähiger sind die resultierenden Kennzahlen. Es sollen auch Hunde, die schon länger zurückliegend in vergangenen Jahren verstorben sind, eingetragen werden.

Über den internen Bereich der DRC Homepage unter Verein > DRC intern… > für Züchter >Flat-Coated Retriever kann ein Onlineformular zur Direkteingabe aufgerufen werden.

Jeder kann aber auch seine Eintragungen formlos per Mail an fcr-sterberegister@drc.de senden. In der Mail sollten folgende Angaben enthalten sein: Zuchtbuchnummer/Geburtstdatum/Name/Todesdatum/Todesursache

Eric Fehrs

Onlineformular Sterberegister

Über die Onlineeingabe können Daten wie Zuchtbuchnummer, Todesdatum und Todesursache in dem Register eingetragen werden.