Skip to main content
West

Dummy A in Stadtlohn

By 13. Dezember 2025Januar 6th, 2026No Comments

Vor ungefähr einem Jahr stand ich das erste Mal mit meiner damals einjährigen Hündin Yoko vom Fallenbergs-Hof beim Dummy-Training der BZG Münsterland auf dem Platz. Ich wollte ihr, neben der jagdlichen Ausbildung, auch eine Auslastung über den Dummysport bieten. Schnell sind wir in die sehr nette Trainingsgruppe integriert worden und seitdem mit Freude dabei.

Anfang 2025 kam dann die Frage auf, ob sich unsere Trainingsgruppe der Dummy-A-Prüfung stellen wolle. Zur Ausrichtung über die BZG Münsterland fehlte allerdings ein Revier. Also fragte ich kurzerhand meinen guten Jagdfreund Ulli Behmenburg, ob bei ihnen im Revier in Stadtlohn die Durchführung einer solchen Prüfung möglich wäre. Ulli ist durch und durch ein „Hundemensch“ und so war alles fix geregelt und wir fanden mit dem 6. September auch schnell einen Termin.

Die Zeit bis zum Prüfungstermin flog nur so dahin und plötzlich stand ich mit großer Nervosität am sonnigen Samstagmorgen bei der Anmeldung. Die notwendigen Unterlagen der 16 Teilnehmer waren alle korrekt, so dass es nach der Begrüßung auch direkt losgehen konnte. Das Revier in Stadtlohn und die Hofanlage stellten sich den Tag über als optimales Prüfungsrevier heraus. So konnten wir vom Treffpunkt die Flächen für die Suche, die Markierung, den Apell und die Wasserarbeit fußläufig erreichen. Wo gibt’s das schon?

Ich hatte den vorletzten Startplatz und mein Nervenkostüm als Erstlingsführerin war auch dadurch ziemlich angespannt. Begonnen wurde mit der Suche. Endlich waren wir dran. Mir wurde die Aufgabe von dem sehr ruhigen und netten Richter Daniel Perick erklärt und die Möglichkeit gegeben, Fragen zu stellen. So war schnell alles abgeklärt und ich durfte starten.

Wie sonst gewohnt, wollte ich mir nach dem Ableinen des Hundes die Leine um den Hals hängen. „Nix da!“, sagte der Richter. „Bitte die Leine in die Tasche.“ Ah, ok, und daraufhin schicke ich auch schon meine Yoko. Sie sucht das Gelände systematisch und mit tiefer Nase ab, so wie wir es zigfach im Training eingeübt hatten.

Sehr schön, schnell fand sie den ersten Dummy und trug ihn mir freudig zu. Ich steckte den Dummy wie gewohnt in meine Dummyweste und schickte sie ein zweites Mal. Der Richter sagte mir daraufhin, dass er die Dummies bekäme. Ich kicherte nervös und sagte ihm, dass es wohl der Automatismus sei. Kichern … oh je, jetzt sehe ich, wie sich meine Hündin umdreht, mich anschaut und die Suche für einen kurzen Moment unterbricht, aber dann glücklicherweise sofort weiterarbeitet. Ich murmele so in mich hinein: „Ich sollte lieber meine Klappe halten“ und bekomme von dem Richter ein „Völlig richtig“ zurück. Auch die beiden nächsten Dummys suchte meine Hündin sehr souverän und ging dabei auch in das dichtere Gestrüpp, um sie nach Hause zu bringen. Wunderbar – erster Teil geschafft. Ich freute mich vor allem darüber, dass ich an dieser Stelle schon mal ein positives Feedback vom Richter bekam.

Die zweite (vermeintlich) einfachste Übung – Einzelmarkierung mit Schuss – kostete mich dann doch Nerven und leider auch Punkte. Yoko markierte erst perfekt, drehte sich dann aber nach links um und sah dort den abgestellten Versorgungsbollerwagen. Davon ließ sie sich kurz beeindrucken und lief etwas in dessen Richtung. In diesem Moment war ich etwas überfordert und vergaß ganz, dass ich ja auch pfeifen durfte. Zum Glück leistete der Richter in dieser Situation Hilfestellung: Also ein gezielter Doppelpfiff und der Hund war wieder bei mir. Danke!

Puh … kurz durchatmen und weiter zur dritten Prüfungsaufgabe, dem Appell. Als vorletzte Starterin musste ich dann mit ansehen, wie bei dieser Übung sehr viele Teilnehmer leider nicht bestanden. Wie schade für diese großartigen Teams. Ich war traurig, denn auch meine Trainingspartnerinnen „erwischte“ es und ich wusste ja, dass die Hunde es können bzw. vorher in den zahlreichen Übungsstunden nicht eingesprungen waren.

Mein Herz pochte, als ich in die Übung ging. „So, nun bitte schön Fuß laufen.“ Achim Oetermann, unser Trainer, hatte es uns oft genug gepredigt, dass eine ordentliche Fußarbeit wirklich enorm wichtig sei. Wir gingen langsam neben dem Richter und Yoko setzte sich bei den Schüssen brav hin und hatte sich dabei die Fallstelle perfekt gemerkt. Besser hätte es nicht laufen können. Diesmal kam sie auch auf direktem Weg zurück. Super, meine kleine Yoko!

Nun nur noch eine Aufgabe am Wasser. Ich hatte so meine Bedenken, denn Yoko neigte in der Vorbereitung ab und an zum Schütteln. Einmal nass bekommen wir normalerweise eine schöne Abgabe mit anständigem Vorsitzen hin. Am Prüfungstag wollte ich jedoch kein Risiko eingehen, also nahm ich ihr das Dummy nach dem Aussteigen direkt ab.

Danach hörte ich ein „Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Dummy A“ und war einfach nur überglücklich. Was für ein aufregender Tag!? Dass wir am Ende dann noch mit einem „Vorzüglich“ und dem Pokal als Suchensieger dastanden, machte mich beinahe komplett sprachlos.

Im Nachhinein geht mein großer Dank an alle Trainer, Trainingspartner, Unterstützer (zu Hause und vor Ort) und die Organisatoren der BZG Münsterland sowie an Richter Daniel Perick und seine Frau. Ganz besonders möchte ich mich bei meinem Jagdkollegen Ulrich Behmenburg und der Familie Bockwinkel für die Bereitstellung des Reviers und die Unterstützung am Prüfungstag bedanken. Natürlich dürfen wir auch das von allen Teilnehmern mitgebrachte Catering nicht vergessen, das wirklich keine Wünsche übrig ließ. Und zum Schluss bedanke ich mich beim Wettergott für einen sonnigen und unvergesslichen Tag!

Nadine Schulz mit Hündin Yoko vom Fallenbergs Hof