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Alles zum Jagdwesen

VPS Suchensieger – check

By Prüfungsberichte

Zu Gast bei der Deutsch-Langhaar Zuchtgruppe Nordwest

Auf dem Weg zur Prüfung nach Leiferde war ich noch halbwegs beruhigt – auch ob der Wetteraussichten, die mir optimal schienen: warm und trocken. Unter diesen Bedingungen hatten wir auch den ganzen Sommer über geübt und mein Labrador-Rüde Friedo (Springlike Ferris B) beherrschte die Fächer. Außerdem war uns eine Richtergruppe zugeteilt, die es von Anfang an verstand, unser aller Nervosität in Grenzen zu halten, wenngleich bei mir diese Grenzen streckenweise etwas weiter gesteckt waren. Schließlich starteten wir dieses Mal bei einem anderen Zuchtverband mit Prüfungsfächern, die sehr unterschiedliche Anforderungen stellen.

Begonnen wurde mit der Wasserarbeit. Wir hatten die Startnummer 1 und konnten gleich mit dem Stöbern ohne Ente anfangen, Friedos Paradefach. Er hat das riesige Gewässer einmal komplett umrundet: Zuerst hat er das Schilf auf der linken Seite komplett durchstöbert. Dann konnte ich ihn ca. 100 m geradeaus zum gegenüberliegenden Ufer schicken und er hat von dort aus die rechte Seite abgesucht, bis er wieder bei uns ankam.

Dann folgte die Schussfestigkeit im Wasser. Ich führe seit 35 Jahren Jagdhunde und habe jetzt das erste Mal selbst geschossen. Alles war gut, bis beim Aufschultern der Waffe der Riemen gerissen ist und die Flinte im Matsch lag. „Na super, das fängt ja gut an!“ dachte ich noch. Der eine Richter hat sich jedoch gleich bemüht alles in Ordnung zu bringen und ich kam wieder etwas zur Ruhe. Dann folgte die Freie Verlorensuche: Friedo schwamm zielstrebig ins Schilf, als ob er wüsste, wo die Ente lag und war zügig mit ihr wieder bei uns. Über die nun zu arbeitenden Feldfächer gibt es nichts Besonderes zu berichten, alles lief glatt.

Anschließend ging es wieder in den Wald zur Schweißarbeit. Obwohl mein Rüde die letzten Fährten richtig super gearbeitet hatte, hatte ich vor diesem Fach am meisten Bammel. Beim Losen zog ich die zweite Fährte. So hatten wir Zeit noch ein paar Schritte zu laufen (und ich mir nochmal ordentlich Sorgen zu machen). Das erste Gespann bestand, kam zurück und mir war inzwischen so richtig übel. Also habe ich gaanz tief durchgeatmet und los ging’s. Friedo war im Gegensatz zu mir total ruhig und untersuchte den Anschuß viel länger als sonst. Beim Kommando „Zur Fährte!“ zog er, wie erhofft, nur langsam an. Es war die erste blinde Fährte, die ich mit ihm gegangen bin. Bis zur Prüfung hatte ich immer pingelig ausgezeichnet und konsequent darauf geachtet, dass er genau auf der Fährte blieb – bis zum Schluss, selbst wenn er schon Wind vom Stück hatte. Somit konnte ich viel Schweiß anzeigen; die Richter meinten, mindestens 10mal. Friedo hat auch beide Wundbetten sauber verwiesen, wie wir es explizit geübt hatten. Ich konnte immer deutlich erkennen, wenn er nicht mehr auf der Fährte war. Das war dreimal der Fall, was ich dann korrigieren konnte und von ihm gut angenommen wurde. Die Richter waren von unserer Zusammenarbeit jedenfalls sehr angetan.

Danach folgten die Gehorsamsfächer im Wald: Keine Besonderheiten, souverän gelöst, danach die Schleppen im Wald. Natürlich hatte Friedo bei der Fuchsschleppe sein Tun, aber ich war mir 100prozentig sicher, dass er das als 30+kg-Rüde schafft und die Richter waren begeistert, mit wie viel Energie und Selbstverständlichkeit er den starken Fuchs zugetragen hat.
Dann kam die Kaninchenschleppe: Friedo ist zum Stück geflogen, hat das Wild in vollem Lauf aufgenommen, war schon wieder auf dem Rückweg und bei uns.
Anschließend folgte das Buschieren: Es hat super angefangen, dann war Friedo mir doch einmal etwas zu weit und ich habe ein zweites Mal gepfiffen. Das hätte ich vielleicht nicht gebraucht, habe es sicherheitshalber aber doch gemacht. Mit dem einzigen Punktabzug dafür kann ich locker leben.

Als nächstes Fach war das Stöbern dran, also das komplette Gegenteil vom Buschieren. Friedo hat sich beide Male voll auf die jeweilige Arbeit eingestellt, was angesichts des „Kontrastprogramms“ für einen jüngeren Hund wirklich nicht einfach war. Er hat jedenfalls gestöbert, dass sich manch ein Stöberhund eine Scheibe hätte abschneiden können: Systematisch wurde durch ihn das Feld von vorne nach hinten aufgerollt, so dass jeder Richter ihn gesehen hat. Ein Reh hat er auch aus der Dickung gebracht, war auf Pfiff aber sofort wieder da.

Zu guter Letzt kam das Standtreiben. Da habe ich tatsächlich kurz überlegt, ob ich nun mit oder ohne Leine führen sollte (die Nerven!). Geübt hatten wir immer ohne Leine und so habe ich mich dann doch für Letzteres entschieden. Zwar war Friedo angespannter als gewohnt, blieb aber liegen, obwohl ich ja doch etwas ins Schwitzen gekommen war.

Unter welchem Druck ich doch die ganze Zeit gestanden habe, merkte ich erst, als alles vorbei war und wir sogar den Suchensieger im 1. Preis mit 223 Punkten stellen konnten. Mir liefen die Tränen und ich konnte nichts dagegen tun, sie liefen einfach…

Ein richtig hartes Übungsjahr liegt hinter uns, wofür wir nun belohnt worden sind. Jetzt kann die Jagdsaison beginnen und ich hoffe, dass wir nach jedem Jagdtag wieder gesund zu Hause ankommen.

Bei dieser Prüfung ist mir klar geworden, wie schwer es für einen jungen Hund sein muß, diese ganzen doch sehr unterschiedlichen Aufgaben alle richtig zu lösen. Punkte waren mir eigentlich ziemlich egal. Dass wir so gut bestehen würden, freut mich natürlich um so mehr. Ich bin auf jeden Fall zufrieden, schon deshalb, weil wir in einem anderen Zuchtverband gestartet, herzlich aufgenommen worden sind und unsere Rasse leistungsstark präsentieren konnten. Außerdem hat Friedo ein weiteres Mal gezeigt, dass er ein echter Verlaßhund ist, der auch gelassen bleibt, wenn ich oder andere Nerven zeigen. Bei den nächsten Prüfungen werde ich das hoffentlich mehr im Hinterkopf haben.

Dorothea Griesemann mit Friedo

Erfolgreicher BLP-Prüfungstag in Cloppenburg

By Prüfungsberichte, Weser-Ems
Am Wochenende fand in Cloppenburg unsere BLP bei trockenem, wenn auch recht windigem Wetter statt. Mit insgesamt vier Hunden waren wir am Start.
Begonnen wurde mit der freien Verlorensuche in einer Waldfläche mit guter Bodendeckung. Hier galt es für die Hunde, selbstständig zwei Stücke Haarwild und ein Stück Federwild zu finden und zu bringen. Alle Gespanne zeigten hierbei eine engagierte und konzentrierte Arbeit.
Anschließend kam die Federwildschleppe mit selbstständiger Anschusssuche. Auch diese Aufgabe wurde von allen Gespannen sicher gemeistert.
Weiter ging es mit der Standruhe und dem Merken auf einer Grünfläche. Souverän wurde diese Aufgabe gemeistert.
Danach stand das Einweisen auf zwei Stücke Federwild auf dem Prüfungsplan. Alle Hunde brachten die Enten ihren Führern.
Direkt im Anschluss wurde die Schussfestigkeit im Feld geprüft. Die Labradore zeigten sich schussfest.
Zum Schluss stand die Wasserarbeit (ohne l.E.) auf dem Programm. Dort wurde erneut die Schussfestigkeit am Wasser sowie die freie Verlorensuche geprüft. Hier zeigten alle Hunde ihre Passion im Wasser und somit eine tolle Wasserarbeit.
Am Ende konnten alle vier gestarteten Hunde die BLP erfolgreich bestehen. Es war ein rundum schöner, fairer und harmonischer Prüfungstag, an dem Hund und Führer ihre Leistungen abrufen und zeigen konnten.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die zu diesem gelungenen Prüfungstag beigetragen haben – den Richterinnen Dr. Jutta Jaitner (Prüfungsleitung), Ute V. Bothmer und Sandra Wilkens, den Helfern – auch denen, die im Hintergrund aktiv sind – und dem Revierführer, ohne die so eine Prüfung nicht stattfinden könnte.
Waidmannsheil 🌿 an alle vier Gespanne zur bestandenen BLP!

Foto und Text: Mareike Rebel

Bericht zur BLP/R in Rammertshofen am 05.09.2026

By Alle, Prüfungsberichte, Süd

Am 5. September ging es für Joker und mich zur BLP/R nach Rammertshofen. Mit vier Labradoren und einem Flat Coated Retriever war unsere Gruppe überschaubar und so konnten wir einen wirklich schönen und entspannten Prüfungstag miteinander verbringen.

Schon im Vorfeld hatte sich unsere Sonderleiterin Sonja Schröder um alles gekümmert und auch am Prüfungstag hat es uns an nichts gefehlt. Die Organisation lief reibungslos, wir wurden bestens versorgt und vor allem stand uns ein wirklich schönes und passendes Revier zur Verfügung. Deshalb natürlich auch ein großes Dankeschön an die Reviergeber, ohne die solche Prüfungen gar nicht möglich wären.

Gerichtet wurden wir von Thomas Hoffmann, Doris Hoffmann und Anja Leistenschläger.

Ich habe das Richterteam als sehr angenehm, fair und vor allem den Hunden gegenüber wohlwollend erlebt. Man hat allen drei Richtern ihre jagdliche Erfahrung angemerkt und immer wieder mit einem lockeren Spruch versucht, uns Hundeführern ein bisschen die Nervosität zu nehmen. Besonders hervorheben möchte ich Thomas Hoffmann, der als Prüfungsleiter sehr gewissenhaft durch den Tag geführt hat. Die Abläufe und Bewertungen waren jederzeit transparent und es wurde sich auch die Zeit genommen, Dinge zu erklären oder zu besprechen.

Auch wenn leider ein Gespann nicht bestehen konnte, gab es einige wirklich schöne Arbeiten zu sehen. Eine Labradorhündin konnte ihre Jagdpraxis deutlich zeigen, ein weiterer Labrador legte eine richtig starke Schleppe hin und auch die noch junge Flat Coated Hündin hat ihre Sache toll gemacht. Insgesamt lagen die Leistungen recht eng beieinander.

Joker hat an diesen Tag vielleicht nicht in jedem einzelnen Fach seine allerbeste Arbeit gezeigt. Was mich im Nachhinein aber fast noch mehr freut, ist, wie konstant er durch diese Prüfung gegangen ist. Er hatte keinen wirklichen Ausreißer dabei und hat eine Aufgabe nach der anderen zuverlässig abgearbeitet. Am Ende standen 266 Punkte, die Clubmedaille in Silber und der Suchensieg auf unserem Zensurenblatt.

Natürlich gab es auch Dinge, bei denen ich als Hundeführerin weiß, dass wir sie eigentlich noch schöner können. Aber wahrscheinlich gehört auch das zu einer Prüfung dazu. Man kann vorher viel trainieren, am Prüfungstag kommen dann doch Dinge anders als gedacht. Am Ende muss der Hund zeigen was er daraus macht. Auf Joker konnte ich mich an diesem Tag einfach verlassen.

Vielen Dank an das Richterteam, die Sonderleitung, die Reviergeber, allen Helfern und natürlich auch an meine netten Mitprüflinge für diesen schönen Prüfungstag!

LG Anja m. Joker

Am 7.3. 26 fand die JAS im Revier …

By Mitte, Prüfungsberichte

Am 7.3. 26 fand die JAS im Revier von Gitta Jung in Birstein- Obersotzbach statt. Mit meiner Flat Hündin habe ich mich für die Sichtung angemeldet. Ich wurde herzlich von der SL Astrid Horn, der Reviergeberin Gitta Jung und dem Richterteam: Gabi Elfers, René Afflerbach und Jochen Schocker begrüßt. In aller Ruhe wurde mir jede Aufgabe ausführlich erklärt. Meine junge Hündin arbeitete mit viel Freude, ruhig und konzentriert. Die Frei-Verloren-Suche, die Markierung, die Schleppe und auch die Verloren-Suche im Feld mit Schuss meisterte sie souverän. Am Wasser verharrte sie kurz, ist dann aber zielstrebig durch das Schilf geschwommen und brachte mir die Ente freudig. Während das Richterteam im Anschluss die detaillierte Bewertung formulierte, konnte ich mich mit Tee und Kuchen stärken. Dank der professionellen Begleitung durch den Fotografen Andreas Riemann wurde dieser erfolgreiche Tag in ausdrucksstarken Bildern festgehalten. Ein herzlicher Dank gilt dem gesamten Organisationsteam, den Richtern und der Reviergeberin für diese erstklassig ausgerichtete Sichtung.

Tanja Leonhardt mit Leo‘s Flat Pearls Be Happy Betty

Tolling Prüfung Silber 4.10.2025 in Wasserburg

By Prüfungsberichte, Süd

Text & Fotos: Dr. Doreen Hochmiller

Lange hatte ich schon den Wunsch einmal bei einer TP Silber in Deutschland zu starten. Am 4. Oktober war es dann endlich so weit. Ich durfte mit meinem 4-jährigen Rüden Winni (C.I.B., C.I.E. MultiCH Red Pleasure’s Call Me Double Love for Kenzo Sr.) starten.

Sobald wir im Revier angekommen sind, stieg immer mehr die Anspannung. Ich war schon aufgeregt, was uns heute erwarten wird, waren wir ja zuvor noch nie bei einer Tolling Prüfung. Die Zeit bis zu unserem Start wollte gefühlt nie vergehen.

Dann war es endlich so weit. Uns Starterinnen wurde das Vorgehen und die Blende gezeigt, ebenso die Fallstelle der Markierung ins Wasser und der Ort des ausgelegten Blinds. Kurze Zeit später machte ich mich mit Winni als erstes Gespann bereit. Jetzt legte sich langsam die Aufregung bei mir und ich konzentrierte mich nur mehr auf meinen Hund.

Nach dem Anschleichen konnte Winni beim Tolling seine Spielfreude austoben. Danach meisterte er die Markierung problemlos. Beim Einweisen über Wasser hat Winni großes Interesse an den Lockenten bekommen. Nach einem nochmaligen Ansetzen und schicken, überquerte er das Wasser und apportierte die Ente in die Hand. Da haben wir leider einige Punkte liegengelassen. Weiter ging es zur Freiverlorensuche. Nach 5 (von 6) gebrachten Stücken (2 Kaninchen und 3 Enten) in kürzester Zeit beendeten die Richter dieses Fach auf Grund hervorragender Leitung und wir gingen weiter zum Einweisen an Land auf eine Ente. Nachdem diese Ente auch herinnen war, sagten die Richter, dass sie von der Arbeit meines Winnis richtig begeistert waren, und sie uns gerne einmal bei einer Jagd erleben würden.

Im Anschluss trafen alle Teilnehmer im Suchenlokal zur Siegerehrung ein. Groß war die Freude, als unsere Punkte vorgelesen wurde. Die Krönung zum Schluss: Der Wanderpokal für die beste TP Silber des Jahres 2025 geht erstmals in der Geschichte nach Österreich!

Ein großes Dankeschön geht an alle RichterInnen, RichteranwärterInnen, SonderleiterInnen, ReviergeberInnen, TeilnehmerInnen und an alle beteiligte OrganisatorInnen für das Ausrichten dieser wirklich schönen Prüfung.

Bericht zur Bringleistungsprüfung am 30. September 2025 in Etzbach (Westerwald)

By Mitte, Prüfungsberichte

Am 30. September 2025 fand in Etzbach im Westerwald eine Bringleistungsprüfung unter besten Bedingungen statt. Alle Teilnehmer erschienen pünktlich um 08:30 Uhr und wurden herzlich von den Prüfern und der Sonderleitung empfangen. Nach der Begrüßung erfolgte die Prüfung der Papiere, der Chipnummern der Hunde und die Überprüfung auf körperliche Mängel. Anschließend wurde per Losverfahren die Reihenfolge der Starter festgelegt.

Nach einem kurzen Fußmarsch durch das Revier begann die Prüfung mit der freien Verlorensuche, die alle Hunde gemeistert haben. Im Anschluss daran wurde die Schussfestigkeit im Feld überprüft– was für alle kein Problem war.

Es folgten die Prüfungsfächer Standruhe und Merken, die Federwildschleppe und das Einweisen.  Auch in diesen Fächern konnten alle Gespanne bestehen.  Am Wasser waren alle Hunde schussfest und zeigten eine sehr gute Verlorensuche.

Nach Abschluss der praktischen Prüfung ging es ins Suchenlokal, in dem die Auswertung der Prüfung erfolgte. Bei einem leckeren griechischen Mittagessen wurden die Ergebnisse bekannt gegeben:

– Platz 1: 270 Punkte (Jan Hochleiter mit Caseway´s Enjoy the Silence Erle)
– Platz 2: 269 Punkte (Frank Groner mit ArdenZeal Caterham)
– Platz 3: 265 (Tanja Ellerbrock) mit Fallowfen William)

Dieses knappe Ergebnis zeigt, wie hoch die Leistungen an diesem Tag waren. Insgesamt starteten fünf Gespanne und alle bestanden die Prüfung.

Ein besonderer Dank gilt Maike Fröhling, die das Revier zur Verfügung stellte. Ebenso danken wir Britta Näpel, die die Sonderleitung übernommen hatte. Ein ganz besonderer Dank geht an die Richter, die uns mit viel Engagement und Fachkenntnis durch die Prüfung geführt haben.

Jan Hochleiter mit Caseway’s Enjoy the Silence Erle

die Teilnehmer
Fotografin: Anja Gödeker

Tollingprüfung Bronze am 5.4.2025 in Weilmünster

By Alle, Alles zum Jagdwesen, Prüfungsberichte

Die Teilnehmer der TP/Bronze, Foto: Isabell Klemm

Auch wenn es sich um eine Anlagenprüfung mit entsprechender Altersbegrenzung von 30 Monaten handelt, fährt man gut, dem Hund die einzelnen Fächer des Tollings in der Prüfungsvorbereitung nahe zu bringen. Die Grundpfeiler wie Wildaufnahme, Wasserannahme und die Fußarbeit stimmten, wie sich Birdy mit einem Jahr und 10 Monaten in Prüfsituationen verhalten würde, sollte eine Überraschung sein.

Unser Tag begann um 6 Uhr auf der Autobahn Richtung Weilmünster und endete 0 Uhr wieder Zuhause in Berlin. Der Tag war lang und meine Aufregung groß – kann sie das schon leisten? – aber Birdy hing ganz abgeklärt in der Wartezone ab und gab mir für den Start ein richtig gutes Gefühl.

Die Anlagenprüfung beginnt mit einer möglichst ruhigen Fußarbeit zum Wasser hinter die Blende, wobei sich der Hund, der schon in froher Erwartung auf das Tolling und Wassermark ist, am Menschen orientieren soll. Als Birdy und ich als letzte Starter des Tages mit dem Schleichen begannen, hörten wir von den umliegenden Weihern ein deutliches Entenschnattern. Ich wunderte mich noch, dass in der Tollingprüfung nun mit Lockrufen gearbeitet wird, bis ich realisierte, dass es sich wirklich um Enten handelte. Birdy spitzte die Ohren und ich befürchtete, dass sie das Tolling einmal von hinten nach vorn aufrollen würde. Birdy ist zwar eine sehr gehorsame Hündin, vergisst das aber genau dann, wenn lebende Vögel und vor allem Wasservögel in der Nähe sind – wohl meine Schuld, immerhin habe ich sie Birdy genannt…

Ich habe das Tolling in der Theorie mit Birdys Opa schon häufiger üben und zumindest in der nachgestellten Praxis auch einige Male beobachten können, fragte mich aber trotzdem immer, ob das in der Realität funktioniert. Doch als wir starteten, war das für mich wie ein magischer Moment. Birdy machte sich ganz klein und schlich so neben mir, als würde sie wissen, dass wir jetzt möglichst unauffällig ans Wasser kommen müssen, um gemeinsam Beute zu machen. Wenn ich mich hinhockte, legt sie sich sofort hin und wartete aufmerksam und still, bis ich weiterging, Schritt für Schritt, still und konzentriert.

Hinter der Blende angekommen, erledigte sie das Tolling souverän und schnell, auch wenn sie einmal im Wasser landete, weil ich den Ball leider unpassend warf – sorry Birdy, dieser Punktabzug geht auf meine Kappe! Die Tollingpausen verbrachte sie ganz ruhig und bereit für die nächste Sequenz.

Nach insgesamt 30 Würfen durfte der Hund für das Wassermark neben der Blende platziert werden. Nach dem Schrotschuss, gefolgt von einem Lockruf, wurde die Ente vom gegenüberliegenden Ufer aus ins Wasser geworfen und landete recht dicht an diesem Ufer. Nach Freigabe sprang Birdy mit einem riesigen Hechtsprung ins Wasser, nahm die Ente auf und brachte diese durch das Wasser bis in die Hand zurück.

In der anschließenden Suche hat sie mich ganz schön zappeln lassen und erst recht spät mit etwas Hilfe gefunden. Vielleicht war sie als letzte Starterin durch die Spuren im Gebiet verwirrt. Sie hat aber im großen Radius brav gesucht, nicht aufgegeben und schließlich beide gefundenen Enten schön zugetragen. Daran können wir noch arbeiten.

 Damit bestand Birdy im ersten Preis mit insgesamt 216 Punkten. Ich war sehr stolz auf meine Norwegerin.

Auch die anderen beiden Teams konnten sehr zufrieden mit sich sein, so ging das beste Tolling des Tages mit fantastischen 11 Punkten an unsere Mitstarterin Netti und auch Tayo konnte mit einer tollen Punktzahl bestehen.

Es war sehr schön, die Toller in ihrer Paradedisziplin arbeiten zu sehen und hat mir wieder verdeutlicht, woher die gewünschten Rasseeigenschaften des Tollers stammen und wodurch diese auch in Zukunft erhalten bleiben.

Danke auch an das Richterteam und die tolle Sonderleitung, die vor Ort die Versorgung mit Grillzeug und Kuchen für alle sicherstellten.

Maileen Hilbert

Tollingprüfung Dummy am 5.4.2025 in Weilmünster

By Alle Landesgruppen, Alle Rassen, Alles zum Jagdwesen, Prüfungsberichte

Vermutlich gehört es zum Prüfungsfeeling dazu, quasi mitten in der Nacht aufzustehen, einen leicht irritierten Hund zur Morgenrunde zu überreden und sich dann mit Sack und Pack ins Auto zu setzen. So fing auch unser Samstag an. Ziel war das Forsthaus Möttau in Weilmünster zur Tollingprüfung mit Dummys (und Wild), die um ein Haar mangels Beteiligung nicht stattgefunden hätte. Am Treffpunkt gab es frischen Kaffee und wohltuende Ruhe für aufgeregte Nerven, die Formalitäten waren fix erledigt. Sobald alle vier Teilnehmer der Dummy-Gruppe eingetrudelt waren (ein Team musste leider verletzungsbedingt kurzfristig absagen), spazierten wir nach der Begrüßung mit den Richtern und zwei Richter-Anwärter) ins Prüfungsgebiet noch ohne die Hunde. Vor Ort wurden die Aufgaben genau erklärt, wir konnten Fragen stellen und erfuhren dabei auch, worauf besonders Wert gelegt wird.

Bei bestem Wetter galt es schließlich folgendes zu bewältigen:

  • Anschleichen entlang der Uferkante eines Sees mit mind. zwei Pausen bis zu einer Sichtblende;
  • dort drei Tollingsequenzen mit 10, 8 und 12 Apportel-Würfen (wir nutzen meist den Lieblings-Plastikball und Tennisbälle) zu beiden Seiten; die Dauer der Pausen zwischen den Sequenzen bestimmte der Richter;
  • Absetzen des Hundes rechts neben der Blende (auf dieser Seite wegen des freieren Blicks auf das Wasser), der Zweibeiner bleibt in Deckung; nach einem Schrotschuss hinter uns kündigte das bekannte Lockgeräusch das Werfen des Dummy an, mit dessen Auftreffen auf’s Wasser durfte der Hund geschickt werden zum Apport;
  • anschließend kurzer Walk über 20-30m mit dem angeleinten Hund an den Rand des Suchengebietes, in dem drei Dummys ausgelegt worden waren (einer davon mit einer Schleppspur). Wie viele davon gefunden werden müssen, entscheidet der Richter, bei uns waren es zwei.
  • ganz zum Schluss der Vormittags-Runde wurde für alle (auch die „Wild Gruppe, die nach der Mittagspause startete) die Schussfestigkeit der Hunde überprüft.

Beim Anschleichen hätten wir uns mehr Zeit lassen sollen, für das Tolling hat Simba viel Lob bekommen und deshalb auch den Sonderpreis abgeräumt: durch meine mäßigen Wurfkünste flogen die Bälle zwar mehrfach kreuz und quer, die Böschung hinter uns runter und einmal sogar ins Wasser in Ufernähe, was sicherlich Kraft gekostet hat. Simba flitzte aber unermüdlich wie eine Rakete hinterher, war in den Pausen völlig ruhig und beim Schuss steady.

Ohne zu zögern schwamm er los, um zu meinem Schrecken etwa bei der Hälfte umzudrehen und zurückzukommen. Der Blickkontakt zum Richter überließ mir die Entscheidung, also durchatmen, Hund wieder an die Blende setzen und mit „voran“ erneut losschicken. Als er nach ungefähr derselben Distanz wieder Anstalten machte, den Apport abzubrechen, geriet ich dann doch in Panik, um im genau richtigen Moment den richterlichen Rat zu hören: “Nicht negativ denken“. Mit verbaler Motivation konnte ich Simba pushen, er nahm wieder Kurs auf’s Schilf, entdeckte die Beute, schnappte sie sich und lieferte in die Hand ab. Ehrlich gesagt war das – ganz abgesehen vom Ergebnis – der schönste Teil der Prüfung: die Erfahrung, dass mein Hund mir vertraut, sich von mir über die Distanz lenken lässt, selbst wenn es schwierig wird.
In der Verlorensuche musste Simba ziemlich kämpfen, hatte ganz zu Anfang mit der ansteigenden Böschung neben dem kleinen Bach am Rande des Gebiets die richtige Idee, wurde aber lange nicht fündig. Da ich das Objekt der Begierde schließlich vor ihm entdeckt hatte, durfte ich ihm (nach Rücksprache mit dem Prüfer) mit dem Suchenpfiff helfen, was direkt zum Erfolg führte. Das 2. Dummy holte er schließlich aus dem Schilf, ein drittes wurde nicht gefordert. Während der Suche machte sich die Erschöpfung bei ihm bemerkbar, er ging wenig in die Distanz, blieb ziemlich in meiner Nähe und fragte oft nach.                                                                                                                                                                        Mit insgesamt 192 Punkten und dem Sonderpreis für das beste Tolling bin ich am Ende wahnsinnig stolz auf meinen Fuchs.

Vielen, vielen Dank an Isabell Klemm, die als Sonderleiterin schon im Vorfeld per Mail bestens informiert und vor Ort zusammen mit ihrem Mann Roland wirklich eine Wohlfühl-Atmosphäre geschaffen hatte mit Wild-Bratwürstchen (da wurde ausnahmsweise sogar die Vegetarierin schwach), Kuchen und Getränken.                   Danke auch an die Prüfer Günter Walkemeyer, René Afflerbach und Edmund Sagawe: durch die ausführliche Rückmeldung zu allen Prüfungsteilen lernt man wirklich eine Menge, der faire und wohlwollende Blick auf die Mensch-Hund-Teams macht Mut für weitere Herausforderungen.

Da ich Simba nicht jagdlich führe, eröffnet die Tolling-Prüfung Dummy uns spannende Perspektiven innerhalb Deutschlands. Ich hoffe sehr, dass diese Möglichkeit der Arbeit in Zukunft jede Menge weitere Interessenten findet!

Birgit Schumacher mit Simba (Flevoland’s Freek the High Spirits Toller)

Foto: Isabell Klemm

Jagdliche Anlagensichtung im Hunsrück am 15.03.2025

By Alle, Alle Landesgruppen, Alles zum Jagdwesen, Prüfungsberichte

An einem schönen frühlingshaften Samstag habe ich mich mit meiner Golden Retriever Hündin Harriet auf den Weg zur von der BZG 8 ausgerichteten JAS/R in den Hunsrück gemacht. Gut angekommen hatten wir noch etwas Wartezeit, der vorige Prüfling war noch im Gelände. So konnten wir uns in Ruhe anmelden und noch etwas durchschnaufen, hat man sich doch bis zuletzt gefragt, ob man die Sichtung mit 9,5 Monaten schon wagen kann.

Schließlich kam das Team aus dem Gelände und von der Besprechung zurück, wir konnten uns noch gratulieren und viel Erfolg wünschen und so ging es dann für uns los. Wir starteten mit der Verlorensuche im Wald, dann folgte die Schleppe, die Suche im Feld mit Schussfestigkeit, die Markierung und am Schluss die Wasserarbeit.

Alle Stücke hat Harriet erarbeitet und gefunden, besonders durch die Schleppe hat sie sich tapfer und ausdauernd durchgearbeitet. Und so war ich dann nach der letzten Aufgabe ganz schön stolz, froh und erleichtert. Unsere erste gemeinsame Prüfung – geschafft.

Und während wir schon müde und glücklich die Heimfahrt angetreten hatten, waren noch zwei Prüflinge an der Reihe. Ein Flat Coated und ein Labrador durften noch ihre Anlagen zeigen und haben das ebenfalls hervorragend unter Beweis stellen können.

Abschließend einen ganz herzlichen Dank an Janine Clarke für die Sonderleitung, Daniela Will für den traumhaften Prüfungsort, die fotografische Begleitung mit Erinnerungen an einen ganz tollen Tag (und den Anschubser auch mit einem noch recht jungen Hund teilzunehmen). Nicht zu vergessen ‚Danke’ an die Richter Günter Walkemeyer, Britta Näpel und Jennifer Raab für das freundliche, ruhige Richten, es war ein toller Einstieg und wir machen auf jeden Fall weiter.

Katharina Velte mit Highland Girl Harriet vom Plixholz

(Fotos: Daniela Will)

Fotos aus der Jagdlichen Anlagensichtung von Daniela Will

Jagdliche Anlagensichtung der LG Mitte am 06.04.2025

By Alle, Alle Landesgruppen, Alles zum Jagdwesen, Prüfungsberichte

Am 06.04.2025 haben wir uns auf den Weg nach Birstein-Obersotzbach gemacht, wo die JAS, im Revier von Gitta Jung, stattfand. Ich war schon etwas aufgeregt, meinen jungen Hund, Hesseldale Eaden, dort vorstellen zu dürfen. Schließlich war es seine 1. „Prüfung“ bzw. Sichtung und ich wünschte mir sehr, dass er sich so souverän und engagiert zeigt, wie ich ihn kenne.

Schon im Vorfeld wurden wir, nach der Zusage des Platzes, zeitnah und ausführlich, von der Sonderleiterin Astrid Horn, über die organisatorischen Dinge informiert. Bei kaltem, aber sonnigem Wetter kamen wir, mit leichtem Bauchgrummeln, am Treffpunkt an. Dort wurden wir sofort sehr herzlich von der Reviergeberin und der Sonderleiterin begrüßt und ich bekam sogar ein Beutelchen mit Nervennahrung für mich und meinen Hund.

Kurz darauf begrüßte uns das Richterteam, Hermann Marz, Gabi Elfers und Eberhard Simon-Mathes, sehr nett und zuvorkommend, so dass die Nervosität schnell vorbei war. Der Ablauf wurde sehr genau erklärt und offene Fragen beantwortet. Danach ging es nach kurzer Fahrt ins Revier, wo die ersten Aufgaben stattfanden.

Jede Aufgabe wurde sehr ausführlich erklärt und auftretende Fragen beantwortet. Ich fühlte mich gut aufgehoben und hatte kein Gefühl, eine „Prüfung“ zu durchlaufen. Es fühlte sich eher wie ein Training an, in dem man auch Hilfestellung bekommt, den Hund optimal zu unterstützen.

Hesseldale Eaden hat die Frei Verloren Suche, die Markierung, Verloren Suche im Feld mit Überprüfung der Schussfestigkeit und die Schleppe, selbstbewusst und freudig abgearbeitet und ich war da schon ziemlich stolz auf ihn.

Jetzt ging es zurück zum Treffpunkt, wo uns noch die Aufgabe am Wasser bevorstand. Auch diese Aufgabe konnte Eaden, nach dem ihn erst 2 Haubentaucher abgelenkt hatten, sehr schön lösen.
Im Anschluss gab es Kaffee, Tee und Kuchen, während das Richterteam die Skalierung für die einzelnen Anlagen ermittelten, den Kommentar formulierten und in der Bescheinigung zur JAS dokumentierten.

Die Skalierung bzw. Beschreibung im Kommentar fiel schon sehr toll aus und ich war unendlich stolz auf meinen jungen Hund. Es war eine rund um gut organisierte jagdliche Anlagensichtung mit einem fairen und gut gelaunten Richterteam.

Unser Dank gilt den Richtern, der Sonderleiterin und der Reviergeberin, daß dieser Tag unvergessen für uns bleibt.

Anke Leonhard mit Hesseldale Eaden

Bildergalerie der JAS in Birstein-Obersotzbach